Registrierung als Hure

Antworten
Hure_Jürgen
Beiträge: 2
Registriert: Mo 13. Mär 2017, 23:32
Wohnort: wiesbaden
Ich bin: SexarbeiterIn

Di 14. Mär 2017, 00:14

]Wo muss ich mich ,als Prostituierte in Wiesbaden anmelden, und wo beim Gesundheitsamt habe bisher keine info :?
Benutzeravatar
Redaktion
Beiträge: 68
Registriert: So 8. Jan 2017, 18:35
Kontaktdaten:

Sa 8. Apr 2017, 12:04

Dazu gibt es bislang auch noch keine Infos.
Lieber Freund
Beiträge: 6
Registriert: So 9. Apr 2017, 21:59
Ich bin: Kunde

So 9. Apr 2017, 22:23

Hallo,
eine liebe Freundin arbeitet hier als Prostituierte und fragt mich ebenfalls, wie genau es mit der Anmeldung vonstatten gehen wird.
Für mich stellt sich dabei die Frage, wie es realistisch ablaufen kann.
Frau muss sich ja in jedem Ort, in dem sie arbeiten will, anmelden.
Nun finde ich auf einem bekannten Portal bundesweit ungefähr 10000 Frauen, die in Terminwohnungen arbeiten und jede Woche den Ort wechseln, und zwar immer sonntags.
Heißt das nun, wenn all diese Frauen in eine neue Stadt kommen, dass sie sonntags nicht arbeiten dürfen und sich am Montag erstmal in die Schlange beim Einwohnermeldeamt stellen müssen, bevor sie überhaupt anfangen können, Geld zur Abzahlung ihrer horrenden Miete zu verdienen???
Benutzeravatar
Redaktion
Beiträge: 68
Registriert: So 8. Jan 2017, 18:35
Kontaktdaten:

Mo 10. Apr 2017, 12:32

Dies ist mittlerweile seitens der Behörden etwas mehr konkretisiert worden.

Melden muss man die Kommunen (Landkreis oder kreisfreie Städte), diese kann man bereits bei der ersten Anmeldung nennen und diese werden dann direkt in der Anmeldebescheinigung aufgeführt. Natürlich kann man diese auch nachträglich noch eintragen lassen.

Etwas einfacher wird dies für selbständig Tätige.

Wenn man im Laufhaus, Bordell oder ähnlichem arbeitet, muss der Betreiber ja auf der Anmeldung kontrollieren, ob die Kommune eingetragen ist. Insofern sollte man darauf achten, den Ort/Kommune vorab bereits eintragen zu lassen, denn sonst darf der Betreiber keine Räume an die Person vermieten.

Hiervon abweichen können Länderspezifische Regelungen. Bislang ist aber kein Bundesland bekannt, das hiervon Gebrauch machen möchte.
Lieber Freund
Beiträge: 6
Registriert: So 9. Apr 2017, 21:59
Ich bin: Kunde

Mo 8. Mai 2017, 18:10

Danke für die Antwort.
Jetzt habe ich auf diesen Seiten ein bisschen weiter gelesen und gefunden, dass die Behörde, bei der frau sich anmeldet, die Daten sofort ans Finanzamt weitergibt! Was wird das Finanzamt denn dann unternehmen? :think:
deutscheAnke
Beiträge: 4
Registriert: Do 26. Jan 2017, 13:52
Ich bin: SexarbeiterIn

Di 9. Mai 2017, 14:36

@Lieber Freund: Nachforschungen anstellen .... was natürlich zu Ungunsten der Frau ausfallen wird, sollte sie keine Steuernummer haben.
In manchen Städten liegen in den Terminwohnungen schon Fragebögen rum die wir Terminfrauen ausfüllen müssen mit Personalien, Ausweis- und Steuernummer, ID-Nummer, Familienstand, bei welchem Finanzamt gemeldet und seit wann. Die Krönung war in Limburg: Das FA Wetzlar wollte wissen, wie lange man schon als SDL arbeiten würde. Die Vermieter leiten es dann an die zuständigen Finanzämter weiter. Auch kommt die Sitte des Öfteren vorbei und kontrolliert Alles.
Wer jetzt noch keine Steuernummer hat und weiter arbeiten möchte - sofort eine holen (ohne wird nichts , aber such gar nichts mehr gehen. Ein kompetenter Steuerberater hilft gerne dabei). Dann kann man der (Zwangs)Registrierung locker entgegen sehen.
Benutzeravatar
Melanie_NRW
Beiträge: 5
Registriert: So 8. Jan 2017, 19:15
Ich bin: SexarbeiterIn
Kontaktdaten:

So 14. Mai 2017, 01:13

Lieber Freund hat geschrieben:
Mo 8. Mai 2017, 18:10
Was wird das Finanzamt denn dann unternehmen? :think:
Auf eine Steuererklärung warten... eine ordentliche Buchführung wäre daher mehr als ratsam.

deutscheAnke hat geschrieben:
Di 9. Mai 2017, 14:36
In manchen Städten liegen in den Terminwohnungen schon Fragebögen rum die wir Terminfrauen ausfüllen müssen mit Personalien, Ausweis- und Steuernummer, ID-Nummer, Familienstand, bei welchem Finanzamt gemeldet und seit wann.
Von wem sind die Fragebögen? Vom Finanzamt selbst oder den Betreibern der Wohnung?
Ein Freund meinte, ich hätte Wahnvorstellungen. Da wäre ich fast von meinem Einhorn gefallen!
Lieber Freund
Beiträge: 6
Registriert: So 9. Apr 2017, 21:59
Ich bin: Kunde

Mo 15. Mai 2017, 19:47

Danke für Eure Antworten.
Wisst Ihr vielleicht, was das Finanzamt an Steuern verlangt?

Nebenbei: In Pforzheim sind schon jetzt angeblich Mitarbeiter des Finanzamts unterwegs, die pro Frau und Tag 25€ eintreiben.

Mir erscheint das alles mehr als unrealistisch.
1. Die Frauen aus Nicht-EU-Staaten müssen einen Berechtigungsnachweis zur Ausübung der Tätigkeit vorlegen. Ich wette den hat keine! Und woher soll frau den kriegen? Also werden sie illegal weiterarbeiten.

2. Ich wüsste keine Frau, die eine Steuernummer hat. Wenn die Frauen schon von den Vermietern ausgenommen werden, woher sollen sie noch Geld fürs Finanzamt nehmen? Das wird wieder auf dem Rücken der Frauen ausgetragen. Und ich wette, dass die Herren Vermieter umgehend die Mieten erhöhen werden, wenn sie nicht mehr die Wohnungen vermieten dürfen, die nicht mehr den Anforderungen genügen...

3. Ich wette auch, dass die wenigsten Frauen eine Krankenversicherung nachweisen können. Meine liebste Freundin hat mir auch gerade gestanden, dass sie keine hat. Und es scheint in Deutschland nahezu unmöglich zu sein, eine Krankenversicherung zu bekommen, wenn man diese Art der Beschäftigung angibt.

Ich würde sagen, dass die Hürden dieses Gesetzes so hoch sind, dass man genau das Gegenteil von dem erreicht, was man will, nämlich dass die meisten Frauen in die Illegalität getrieben werden.

Für eine offizielle Antwort der Damen und Herren Moderatoren wäre ich auch dankbar.
Aiwi
Beiträge: 2
Registriert: Mi 24. Mai 2017, 13:59
Ich bin: SexarbeiterIn

Mi 24. Mai 2017, 14:45

Bin ich die Einzige die sich auf neue Gesetzt freut?!
Ich bin nach Deutschland ausgewandert schon 1995.
Habe auch da schon gleich als Prostituierte angefangen nebenbei etwas Geld zur verdienen.
Kann mich immer noch gut erinnern, an ende 90er, an Polizeikontrollen, Razien und verhaftungen, Geldstrafen wegen illegale Tätigkeit.
Daher habe mich in Jahr 2002 sehr gefreut über legalisierung von Prostitution, und war einer der ersten der Sich offiziel angemeldet hat als Prostituierte.
Für mich war es nur von Vorteil, und meine Anonymitet hat es auch nicht geschadet!!
Offiziel hate ich jetzt ein Einkommen, könnte mir Wohnung mieten, Kontos eröffnen, und natürlich OHNE Probleme Krankenkasse anmelden, sogar Kredit bei der Bank habe ich bekommen.
Klar müsste mann jetzt auch seine Einnahmen versteuern, und so zu sagen, "für den Stadt anschaffen gehen".
Stuern zahlen muss aber jeder Bürger in Deutschland, oder?!!, ansonsten ist es für mich Sozialschmarotzer, oder?
Und mich hat keiner zur meiner Job gezwungen, ich habe es freiwillig und gerne getahn/tuhe imme noch!!

Daher ärgert es mich natürlch, dass es so vielle Fauen gibt, die nach Deutschlan kommen um Geld zur verdienen, aber nicht dafür tuhn, auch dafür dankbar zur sein, und Steuern zur bezahlen.
Ich finde neue Gesetzt nur gut.
Für mich als deutsche Prostituierte es wieder Mal nur von Vorteil. Mit Alias-Ausweis habe ich wieder keine Probleme mit Anonymität!!
Natühlich ist es jetzt wieder mit Aufwand mit mehr Bürokratie verbunden, aber welche selbständige tätigkeit ist es nicht?!
Ansonsten kann man auch bei diskaunter an der Kasse immer ein Platz finden....

Aiwi Habel
deutscheAnke
Beiträge: 4
Registriert: Do 26. Jan 2017, 13:52
Ich bin: SexarbeiterIn

Do 1. Jun 2017, 01:30

@Aiwi: Der Betreiber des neuen Hauses (3 Terminwohnungen zur Alleinnutzung) bekam von dem FA Wetzlar die Auflage diese Formulare von seinen Mieterinnen ausfüllen zu lassen und an das Finanzamt weiterzuleiten.

@Lieber Freund:
1. Es gibt genug Frauen, die schon länger (mehrere Jahre) eine Steuernummer haben - ich eingeschlossen.
2. Auch sind viele SDL's in ganz normalen gesetzlichen Krankenkassen.
Wie ich mit dem Reisen begann kümmerte sich mein Steuerberater (Spezialgebiet Rotlicht) um die Beantragung meiner Steuernummer und den Verbleib in der Krankenkasse meines Exmannes. Es ist eben das gewusst wie!

Allerdings bin ich Umsatz- Einkommen- und Gewerbesteuerpflichtig, dazu monatlich hohe Kosten an die Krankenkasse und meinen Stb ..... insgesamt sind es monatlich an Mehrkosten für mich das Gehalt eines normal verdienenden Durchschnittsmenschen, welches in mir einen Brechreiz auslöst. Ich f*cke fūr den größten Zuhälter - Vater Staat! Und trotzdem sind wir in den Augen der Allgemeinheit Abschaum und Untermenschen - nur unser Geld stinkt nicht!

Hätte ich "nur" die Miet- und Werbekosten, die im Schnitt EUR 650-800/die Woche sind, und nicht den ganzen anderen Rattenschwanz, könnte ich viel preisgünstiger arbeiten oder hätte nach meinem jetzigen Geschäftsmodell wesentlich mehr in der eigenen Tasche .

Und jetzt komme ich zu dem Punkt, den Aiwi schon nannte ....... da freue ich mich in einem Punkt auf das neue Gesetz:

Endlich fallen alle Hartz4- und Hausfrauenmodelle, die den Markt durch ihre Billigpreise platt machten, weg. Wenn das Amt das Nötigste und Krankenkasse oder Papa der auf Schicht ist alles bezahlt, im Kinderzimmer/Ehebett gearbeitet wird, fallen hohe Kosten weg - da kann ja ruhig die Stunde für EUR 50,00 (schon oft gelesen) gearbeitet werden, ist ja alles netto für diese Frauen *grummel*.
Bei einem Portal bei dem sehr viele dieser Damen kostenlos ihre Werbung betreiben, geht es in den "Blogs" reihenweise ans Verabschieden..... natürlich pünktlich zum 01.07.17 ..... warum nur?
Natürlich gibt es unter den Hobbyhuren dort auch korrekte Kolleginnen - welche aber eindeutig in der Minderheit sind.

Oder die Rumänen/Bulgarengangs die sich mit ihrem Kerl im Schlepptau einmieten (O-Ton unkorrekter Vermieter im Kolleginnenportal "Du darfst gerne Deinen Mann mitbringen") - da fallen diese Wohnungen und Mieterpaare auch weg!

Ich hoffe, daß sich durch dieses Gesetz der Markt regulieren und lichten wird - der Bedarf an SDL aber gleich bleibt.
Entweder steigen die Preise endlich wieder oder aber die SDL's, die sich noch mehr gesetzlich schikanieren lassen (Rennerei zu den Ämtern, Steuern werden ja schon lange von Vielen gezahlt) haben mehr Kunden.
Elyina09
Beiträge: 24
Registriert: Di 22. Jan 2019, 13:11

Di 29. Jan 2019, 09:30

danke für die Infos :)
Antworten